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Bezirks-Guide · Wien

Der 11. Bezirk Wien (1110 Simmering): Der große Insider-Guide 2026

Simmering ist das ehrliche, bodenständige Wien. Hier treffen rauchende Industrieschlote auf den größten Friedhof der Stadt, ehemalige Gasbehälter auf moderne Wohntürme und alteingesessene Arbeiterfamilien auf junge Erstkäufer, die hier noch leistbar wohnen. In diesem Guide nehmen wir dich mit durch den 11. Bezirk: Geschichte, Bevölkerung, Immobilienmarkt, Tendenzen für 2026 und die versteckten Ecken, die nur Insider kennen.

Veröffentlicht am 21. Juni 2026 · Aktualisiert am 21. Juni 2026 · Lesezeit ca. 12 Minuten · Von der SearchPlace.Ai Redaktion

Auf einen Blick

Der 11. Bezirk Wien (Simmering, PLZ 1110) ist ein industriell geprägter, bodenständiger Bezirk im Südosten der Stadt mit langer Arbeitertradition und zählt zu den leistbarsten Wohnbezirken Wiens. Auf rund 23,3 km² leben etwa 110.000 Menschen, mit dem Wiener Zentralfriedhof und den umgebauten Gasometern als Wahrzeichen.

Animierte Illustration des 11. Bezirks Wien (Simmering, 1110) Simmering · 1110

Der 11. Bezirk in Zahlen (Steckbrief 2026)

Offizieller Name Simmering
Postleitzahl 1110
Fläche ca. 23,3 km² (großer Flächenbezirk)
Einwohner rund 110.000 (Stand 2026)
Bevölkerungsdichte ca. 4.700 EW/km² (moderat, viel Industrie und Grün)
Anteil ausländische Staatsbürger rund 35 % (stark gewachsen)
Wahrzeichen Wiener Zentralfriedhof, Gasometer
Charakter Industriell geprägter, bodenständiger Arbeiterbezirk
Immobilien-Ruf Einer der leistbarsten Bezirke Wiens

Hinweis: Einwohner-, Flächen- und Preiszahlen sind gerundete Näherungswerte zur Orientierung (Stand 2026) und können je nach Quelle und Stichtag variieren.

Vom Bauerndorf zum Industriebezirk: Simmerings zweites Leben

Simmering blickt auf eine lange Geschichte als eigenständige Ortschaft zurück. Schon im Mittelalter wird ein Dorf an dieser Stelle urkundlich erwähnt, lange bevor es Teil Wiens wurde. Jahrhundertelang war die Gegend ländlich geprägt: Weingärten, Felder und Gärtnereien bestimmten das Bild, und bis heute hat sich der Ruf von Simmering als bedeutendem Standort des Gemüse- und Gartenbaus in der Region erhalten.

Der entscheidende Wandel kam mit der Industrialisierung im 19. Jahrhundert. Nach der Eingemeindung 1892 wurde Simmering zum zehnten und später elften Bezirk Wiens. Entlang der Donau und der Bahnlinien siedelten sich Fabriken, Gaswerke und große Betriebe an, darunter die berühmten Gasometer, die ab 1899 die Stadt mit Gas versorgten. Aus dem Bauerndorf wurde ein klassischer Arbeiterbezirk, dessen Identität bis heute von der Industrie und vom sozialen Wohnbau der Zwischenkriegszeit geprägt ist.

Diese Doppelnatur macht den Reiz aus: industrielle Vergangenheit und grüne Wurzeln auf engem Raum. Genau dieser Charakter zeigt sich bis heute, vom umgebauten Gasometer als Symbol für gelungene Umnutzung bis zu den weitläufigen Kleingärten, in denen das alte, ländliche Simmering weiterlebt.

Lage und Geografie: Wien am rechten Donauufer

Die Geografie des 11. Bezirks ist von Wasser, Industrie und Grün geprägt und wird von mehreren klaren Linien begrenzt:

Im Inneren wechseln sich sehr unterschiedliche Welten ab: das dicht bebaute alte Ortszentrum rund um die Simmeringer Hauptstraße, die große Fläche des Wiener Zentralfriedhofs, ausgedehnte Industrie- und Hafenareale an der Donau sowie weitläufige Kleingartensiedlungen und Grünzüge wie der Herderpark. Auf rund 23,3 Quadratkilometern ist Simmering damit ein abwechslungsreicher Flächenbezirk, in dem Wohnen, Arbeiten, Natur und Erinnerung dicht nebeneinander liegen.

Bevölkerung: bodenständig, jung und wachsend

Im 11. Bezirk Wien leben Stand 2026 rund 110.000 Menschen auf 23,3 km². Simmering ist damit ein bevölkerungsreicher Flächenbezirk, der seit Jahren deutlich wächst.

Lange galt Simmering als ruhiger, eher kleiner Arbeiterbezirk am Stadtrand. Das hat sich geändert: Durch den Umbau der Gasometer, neue Wohnquartiere entlang der Donau und die Nachverdichtung ehemaliger Industrieareale ist die Einwohnerzahl spürbar gestiegen. Charakteristisch für die Bewohnerschaft sind:

Spannend ist die Tendenz: Während viele Innenbezirke an ihre baulichen Grenzen stoßen, hat Simmering noch Flächenreserven. Auf früheren Industrie- und Gewerbearealen entstehen laufend neue Wohnungen, sodass der Bezirk zu den Wachstumsregionen Wiens zählt. Diese Dynamik verändert das Gesicht des einst stillen Arbeiterbezirks spürbar.

Immobilienmarkt 2026: leistbar wohnen im Südosten

Der 11. Bezirk ist 2026 einer der leistbarsten Immobilienbezirke Wiens: Eigentumswohnungen kosten je nach Lage und Zustand rund EUR 3.500 bis 5.500 pro Quadratmeter, deutlich unter dem Wiener Durchschnitt.

Wenn es in Wien eine Adresse gibt, die für vernünftiges Preis-Leistungs-Verhältnis steht, dann gehört 1110 Wien dazu. Während die Innenbezirke längst für viele unerschwinglich sind, bietet Simmering noch Wohnungen zu Preisen, bei denen sich Eigentum auch für normale Haushalte rechnet, und das hat handfeste Gründe.

Warum die Preise hier moderat sind

Preisniveau (Richtwerte, Stand 2026)

Segment Richtwert pro m² (Kauf)
Bestandswohnung, einfach bis solide ausgestattet ca. EUR 3.500 bis 4.500
Neubau oder hochwertig saniert, gute Lage ca. EUR 4.500 bis 5.500
Toplage mit Donaunähe, Terrasse oder Gasometer-Flair ca. EUR 5.500 bis 6.500
Miete (frei finanziert, gute Lage) ca. EUR 12 bis 16 / m²

Die Werte sind grobe Marktorientierungen für 2026. In Simmering entscheiden Mikrolage, Baujahr, Zustand, Grünanbindung und U-Bahn-Nähe über die Preisunterschiede. Zwischen einfacher Bestandswohnung am Rand und Neubau mit Donaublick liegen spürbare Spannen.

Tendenzen 2026: leistbar, aber anziehend

Nach den kräftigen Zinssteigerungen der Jahre 2022/2023 und einer Preiskorrektur in vielen österreichischen Lagen hat sich der Markt zuletzt beruhigt. Mit dem Auslaufen der strengen Kreditvergabe-Regeln (KIM-Verordnung) Mitte 2025 und etwas stabileren Finanzierungsbedingungen ist Bewegung in den Markt zurückgekehrt. Für Simmering gilt dabei eine eigene Logik: leistbare Bezirke profitieren überdurchschnittlich, weil viele Käufer, die sich die Innenbezirke nicht mehr leisten können, in den günstigeren Südosten ausweichen. Die Tendenz für 2026 ist daher eine moderate, aber stetige Aufwärtsbewegung bei weiterhin niedrigen Einstiegspreisen. Wer früh kauft, sichert sich noch günstige Quadratmeterpreise in einem wachsenden Bezirk.

Investment-Perspektive: Rendite und Aufholpotenzial

Wichtig für Anleger: Anders als in den teuren Innenbezirken ist die laufende Mietrendite in Simmering wegen der niedrigen Kaufpreise vergleichsweise hoch und liegt oft über jener der zentralen Lagen. Wer hier kauft, setzt häufig auf laufenden Cashflow und Wertentwicklung durch Stadtentwicklung. Als Einstiegs-Investment für Privatanleger ist der Bezirk damit interessant, allerdings sollte man Lage, Baujahr und Zustand sehr genau prüfen, denn die Spanne zwischen den einzelnen Grätzeln ist groß.

Wichtig zu Gemeinde- und Genossenschaftswohnungen: Ein großer Teil des Wohnraums in Simmering ist gefördert, also Gemeindebau oder genossenschaftlicher Wohnbau mit eigenen Vergabe- und Einkommensregeln. Solche Wohnungen sind nicht frei am Markt verfügbar und folgen anderen Bedingungen als Eigentum oder frei finanzierte Mietwohnungen. Wer im 11. Bezirk wohnen oder investieren will, sollte daher genau klären, in welches Wohnsegment eine Wohnung fällt.

Insider-Spots: das echte 1110 abseits der Klischees

Den Zentralfriedhof und die Gasometer kennt jeder Wiener. Der wahre Charakter Simmerings versteckt sich aber in den Ecken, die in keinem Reiseführer auf der Titelseite stehen. Diese Orte machen den Unterschied zwischen "war kurz da" und "kennt den Bezirk":

Und dann ist da der berühmte 71er, die Straßenbahnlinie zum Zentralfriedhof. Sie ist so eng mit dem Bezirk verbunden, dass "mit dem 71er fahren" im Wiener Volksmund zum Synonym fürs Sterben wurde. In Simmering ist diese trockene, schwarzhumorige Gelassenheit kein Klischee, sondern Lebensgefühl: bodenständig, ehrlich und ohne Allüren.

Wohnen im 11. Bezirk: ehrliche Vor- und Nachteile

So leistbar die Adresse ist, das tägliche Leben in Simmering hat zwei Seiten. Wer mit dem Gedanken spielt, hier zu wohnen oder zu kaufen, sollte beide kennen.

Dafür spricht Das sollte man bedenken
Leistbare Kauf- und Mietpreise, ideal für Erstkäufer Lage am Stadtrand, weiter weg vom Zentrum
Viel Grün, Kleingärten, Naherholung und Donaunähe Industrie, Verkehr und Gewerbe prägen manche Grätzel
Schnelle U3-Anbindung ins Zentrum, gute Öffis Weniger Kultur, Szene-Lokale und Nachtleben
Bodenständige, durchmischte und ehrliche Nachbarschaft Image als reiner Arbeiterbezirk hält sich hartnäckig
Wachsender Bezirk mit Neubau und Aufholpotenzial Große Qualitätsunterschiede zwischen den Lagen

Mobilität: die U3 als Rückgrat

Simmering ist verkehrstechnisch deutlich besser angebunden, als sein Ruf als Stadtrandbezirk vermuten lässt. Das Rückgrat bildet die U3 mit ihrer Endstation Simmering, die einen in rund 15 Minuten in die Innenstadt bringt. Dazu kommt die S-Bahn, die schnelle Verbindungen ins Umland und zu anderen Stadtteilen schafft. Wichtig für den Alltag sind die Straßenbahnlinien, allen voran die Linie 71, der sprichwörtliche "71er" zum Zentralfriedhof, sowie die Linie 6, die den Bezirk mit dem Gürtel verbindet. Für den motorisierten Verkehr ist Simmering über mehrere Ausfallstraßen und den Hafen gut erschlossen, gleichzeitig gilt in weiten Teilen das Parkpickerl. In der Praxis kommt man im 11. Bezirk mit den Öffis sehr gut zurecht, ein Auto ist hier möglich, aber kein Muss.

Ausblick: Wohin entwickelt sich der 11. Bezirk?

Die großen Themen für die kommenden Jahre sind absehbar. Erstens die Stadtentwicklung: Auf ehemaligen Industrie- und Gewerbearealen entstehen neue Wohnquartiere, die den Bezirk wachsen lassen und sein Gesicht modernisieren. Zweitens die Aufwertung des Images: Vom rauen Arbeiterbezirk wandelt sich Simmering schrittweise zu einer leistbaren, lebenswerten Wohnadresse für Familien und Erstkäufer. Drittens die Klimaanpassung: Begrünung, der Erhalt der Kleingärten und die Nutzung der Donaunähe als Naherholungsraum werden wichtiger.

Am bodenständigen Grundcharakter wird sich jedoch wenig ändern, und genau das ist der Punkt. Simmering bleibt ehrlich, gemischt und unprätentiös, gewinnt aber durch günstige Preise, gute Anbindung und neue Quartiere an Attraktivität. Wer hier früh eine Wohnung kauft, sichert sich einen leistbaren Standort in einem Bezirk, der seine besten Jahre noch vor sich haben dürfte.

Transparenz und Aktualität: Dieser Guide hat den Stand Juni 2026. Einwohner-, Flächen- und Bevölkerungsangaben beruhen auf den öffentlichen Bezirksdaten der Stadt Wien (Statistik). Preisangaben sind gerundete Marktorientierungen aus aktuellen Immobilien-Angeboten und können je nach Mikrolage, Zustand und Quelle abweichen. Dieser Artikel ist eine allgemeine Information und ersetzt keine individuelle Rechts-, Steuer- oder Anlageberatung.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Wie viele Menschen wohnen im 11. Bezirk Wien?

Stand 2026 leben rund 110.000 Menschen im 11. Bezirk auf etwa 23,3 km². Simmering ist damit ein bevölkerungsreicher Flächenbezirk, der seit Jahren wächst, weil rund um die Gasometer, an der Donau und in ehemaligen Industriearealen viel neuer Wohnraum entstanden ist.

Ist Simmering ein günstiger Bezirk zum Wohnen?

Ja, Simmering zählt zu den leistbarsten Bezirken Wiens. Die Quadratmeterpreise liegen 2026 deutlich unter dem Wiener Durchschnitt von rund EUR 5.000 bis 6.500 pro Quadratmeter. Als traditioneller Arbeiterbezirk mit viel Gemeinde- und Genossenschaftsbau bietet der 11. Bezirk moderate Miet- und Kaufpreise, was ihn besonders für Familien und Erstkäufer attraktiv macht.

Lohnt sich eine Wohnung in Simmering als Investment 2026?

Simmering gilt 2026 als Bezirk mit Aufholpotenzial. Wegen der niedrigen Einstiegspreise, der wachsenden Bevölkerung und der guten Anbindung über die U3 sind die Mietrenditen hier oft höher als in den teuren Innenbezirken. Wer auf laufenden Cashflow und langfristige Wertentwicklung durch Stadtentwicklung setzt, findet attraktive Einstiegschancen, sollte aber Lage und Zustand genau prüfen.

Was ist der Wiener Zentralfriedhof?

Der Wiener Zentralfriedhof in Simmering ist einer der größten Friedhöfe Europas und ein Wahrzeichen des 11. Bezirks. Berühmt ist er vor allem für seine Ehrengräber: Hier liegen Komponisten wie Beethoven, Schubert und Johann Strauss sowie der Popsänger Falco. Die Straßenbahnlinie 71 zum Friedhof ist so bekannt, dass "mit dem 71er fahren" im Wiener Volksmund für Sterben steht.

Was sind die Gasometer in Simmering?

Die Gasometer sind vier ehemalige Gasbehälter aus dem späten 19. Jahrhundert, die um das Jahr 2001 spektakulär umgebaut wurden. Hinter den denkmalgeschützten Ziegelfassaden befinden sich heute Wohnungen, Studentenheime, ein Einkaufszentrum, Büros und eine große Veranstaltungshalle. Die Gasometer gelten als gelungenes Beispiel für die Umnutzung von Industriearchitektur.

Wo liegt der 11. Bezirk Wien?

Der 11. Bezirk (Simmering, PLZ 1110) liegt im Südosten Wiens am rechten Donauufer. Er grenzt im Norden über den Donaukanal an die Leopoldstadt und die Donaustadt, im Westen an Landstraße und Favoriten und im Süden und Osten an Niederösterreich. Charakteristisch sind der Donauhafen, große Industrie- und Gewerbeflächen sowie ausgedehnte Kleingartensiedlungen.

Was kostet eine Wohnung im 11. Bezirk Wien?

Stand 2026 kostet eine Eigentumswohnung in Simmering je nach Lage und Zustand rund EUR 3.500 bis 5.500 pro m². Bestandswohnungen liegen oft bei ca. EUR 3.500 bis 4.500, gut ausgestattete Neubauten etwa rund um die Gasometer oder mit Donaunähe bei EUR 4.500 bis 5.500. Damit ist der 11. Bezirk einer der leistbarsten Wohnbezirke Wiens.

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