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Illustration: Wohnungspreise in Wien 2026 nach Bezirk in Euro pro Quadratmeter, dazu die Preisentwicklung bis 2026 Ratgeber · Preise Wien

Was kostet eine Wohnung in Wien 2026? Preise nach Bezirk

300.000 Euro oder 700.000 Euro, was kostet eine Eigentumswohnung in Wien? Beide Antworten sind richtig, und beide sind falsch, solange man den Bezirk nicht kennt. Der Quadratmeterpreis schwankt je nach Lage um den Faktor vier, von rund 3.800 €/m² in Favoriten bis über 16.300 €/m² in der Inneren Stadt. Dazu kommt ein blinder Fleck: die Kaufnebenkosten. Wer mit 350.000 Euro kalkuliert, braucht realistisch knapp 385.000 Euro liquide. Dieser Artikel liefert die aktuellen Zahlen nach Bezirk, zeigt vier Budgetklassen und erklärt die Nebenkosten so konkret, dass du danach sofort rechnen kannst.

Veröffentlicht am 17. Juli 2026 · Aktualisiert am 17. Juli 2026 · Lesezeit ca. 11 Minuten · Von der SearchPlace.Ai Redaktion

Auf einen Blick

Eine Eigentumswohnung in Wien kostet 2026 je nach Bezirk zwischen rund 3.800 €/m² in Favoriten und über 16.300 €/m² in der Inneren Stadt, der transaktionsbasierte Stadtschnitt liegt laut Statistik Austria bei rund 5.212 €/m². Dazu kommen 10 bis 12 % Kaufnebenkosten, die viele Käufer unterschätzen.

Animierte Illustration zu Wohnungspreisen in Wien nach Bezirk Wien · Preise 2026

Was Eigentumswohnungen in Wien 2026 im Schnitt kosten

Der stadtweite Durchschnitt und warum er täuscht

Je nach Datenquelle liegt der durchschnittliche Kaufpreis für Eigentumswohnungen in Wien 2026 bei 5.200 bis 6.700 €/m². Der Grund für die Bandbreite ist methodisch: Manche Quellen messen Angebotspreise aus Inseraten, andere Transaktionspreise aus tatsächlich abgeschlossenen Käufen. Für Käufer sind Transaktionspreise relevanter, weil sie abbilden, was tatsächlich bezahlt wurde, nicht was Verkäufer sich wünschen.

Statistik Austria weist für Wien 2025 einen transaktionsbasierten Wert von rund 5.212 €/m² aus, Engel & Völkers kommt für aktuelle Quartale auf einen höheren Schnitt, weil dort ein anderer Querschnitt erfasst wird. Die eigentliche Botschaft ist aber eine andere: Ein stadtweiter Durchschnitt ist für die konkrete Kaufentscheidung nahezu wertlos. Wer im 10. Bezirk sucht und mit 5.500 €/m² kalkuliert, hat einen falschen Ausgangspunkt. Die Bezirksebene ist die einzig sinnvolle Planungseinheit.

Wie sich die Preise seit 2021 entwickelt haben

Der Wiener Wohnimmobilienpreisindex der OeNB zeigt die Entwicklung klar: von 202,6 im Jahr 2021 auf 271,0 im Jahr 2023, dann ein Rückgang auf 267,5 im Jahr 2024, und im zweiten Quartal 2026 bereits wieder 279,6.

Zeitpunkt OeNB-Wohnimmobilienpreisindex Wien
2021 202,6
2023 271,0
2024 267,5
2. Quartal 2026 279,6

Quelle: OeNB-Wohnimmobilienpreisindex für Wien, Werte gerundet, Stand 2026.

Das Muster ist eindeutig: kräftige Anstiege 2021 und 2022, eine moderate Korrektur 2023 und 2024 (Bank Austria beziffert den Gesamtrückgang auf rund 3,7 %), dann Erholung ab 2025 mit Momentum bis heute. Wer jetzt kauft, kauft also nach einem moderaten Rückgang, nicht auf dem Allzeithoch. Einzelne Bezirke wie Hietzing (plus 15 %), Penzing (plus 13 %) und Döbling (plus 18 %) zeigen 2026 laut aktuellen Marktberichten wieder starke Zuwächse. Das ist kein Markt zum Zuwarten, aber auch kein Markt, der zur Panik zwingt.

Bezirksvergleich: Was der Kauf je nach Lage kostet

Der Quadratmeterpreis schwankt in Wien je nach Lage um den Faktor vier, von rund 3.800 €/m² in Favoriten bis über 16.300 €/m² in der Inneren Stadt. Die folgende Übersicht gliedert die Bezirke in vier Preisstufen.

Preisstufe Bezirke (Beispiele) Kaufpreis €/m²
Premium Innere Stadt (1.) 10.500 bis 16.300
Teuer Wieden (4.), Neubau (7.), Josefstadt (8.), Döbling (19.) 6.200 bis 11.000
Mittel Leopoldstadt (2.), Landstraße (3.), Mariahilf (6.), Alsergrund (9.), Meidling (12.) 4.400 bis 7.500
Günstig Favoriten (10.), Simmering (11.), Brigittenau (20.), Floridsdorf (21.) 3.800 bis 5.300

Richtwerte 2026 mit je Bezirk erheblichen Spannen. Innerhalb eines Bezirks entscheiden Lage, Zustand, Stockwerk und Ausblick über deutliche Unterschiede.

Die teuersten Bezirke und was das rechtfertigt

Die Innere Stadt (1. Bezirk) liegt mit 10.500 bis 16.300 €/m² in einer eigenen Liga. Zu den teureren Bezirken zählen außerdem Wieden (4.), Neubau (7.), Josefstadt (8.) und Döbling (19.), wobei die Werte für Wieden nach aktuellen Marktdaten bis rund 11.000 €/m² reichen, während Neubau, Josefstadt und Döbling typischerweise zwischen 6.200 und 8.500 €/m² liegen. Die Preistreiber sind zentrale Lage, knappes Angebot, hohe Nachfrage, erstklassige Infrastruktur und ein erheblicher Statusfaktor. In der Inneren Stadt kauft man kein 80-m²-Dachgeschoß, man kauft eine Adresse. Wer hier kauft, sollte sich ehrlich eingestehen: Es geht nicht primär um das Preis-Leistungs-Verhältnis, sondern um Lage und Prestige.

Bezirke mit mittlerem Preisniveau

Leopoldstadt (2.), Landstraße (3.), Mariahilf (6.), Alsergrund (9.) und Meidling (12.) bewegen sich im Bereich von 4.400 bis 7.500 €/m². Diese Bezirke sind stadtnah, gut mit dem öffentlichen Verkehr angebunden und bieten gewachsene Infrastruktur ohne den Aufpreis der Premiumlagen. Für Eigennutzer, die Lage und Alltagstauglichkeit kombinieren wollen, ist das das attraktivste Segment. Alsergrund hat 2026 laut Marktdaten besonders stark angezogen, getrieben von der Nähe zum AKH und hoher Nachfrage aus dem Medizinbereich.

Günstige Alternativen für budgetbewusste Käufer

Favoriten (10.), Simmering (11.), Brigittenau (20.) und Floridsdorf (21.) liegen zwischen 3.800 und 5.300 €/m². Diese Bezirke bieten mehr Fläche für weniger Geld, oft modernes Neubauangebot und eine solide, wenngleich weniger zentrale Infrastruktur. Floridsdorf und Donaustadt profitieren von der U2-Verlängerung, was diese Lagen zusätzlich stützt. Für Familien, die Grundrissgröße über Innenstadtnähe stellen, sind das rationale Entscheidungen. Eine vollständige Preislandkarte bietet der Vergleich der günstigsten und teuersten Bezirke und der Überblick zu den Mietpreisen nach Bezirk.

Was man für sein Budget in Wien bekommt

Vier Budgetklassen zeigen konkret, was 2026 in Wien realistisch drin ist, von der Kleinwohnung im Außenbezirk bis zum Premiumobjekt in der City.

Budget Was realistisch drin ist
bis 200.000 € Studio oder Kleinwohnung 20 bis 35 m² in Außenbezirken, oder renovierungsbedürftig in mittlerer Lage (Angebote ab rund 129.900 € für 26 m²).
200.000 bis 400.000 € 2 bis 3-Zimmer-Wohnung mit 60 bis 80 m² in günstigen Bezirken wie Favoriten oder Floridsdorf (Beispiel: rund 311.700 € für einen Erstbezug mit Balkon nahe dem 7. Bezirk).
400.000 bis 800.000 € Qualität in mittleren Bezirken (Altbau, Terrasse, großzügiger Grundriss) oder 80 bis 120 m² in Währing oder Hietzing. Der relevante Kaufbereich für die meisten Familien.
über 800.000 € Toplagen, Dachterrassenwohnungen und historische Altbauten in der Inneren Stadt oder Döbling. Objekte in der City überschreiten regelmäßig die 2-Millionen-Euro-Marke.

Die Klassen lösen unterschiedliche Kompromisse: Bis 200.000 € geht es um den Einstieg (Miete in Eigenkapital umwandeln), 200.000 bis 400.000 € ist das typische Segment für Paare und junge Familien, 400.000 bis 800.000 € löst den Zielkonflikt aus Lage, Größe und Budget am besten auf, und über 800.000 € beginnt ein eigener, von nationaler wie internationaler Nachfrage getragener Premiummarkt.

Kaufnebenkosten in Wien: der unterschätzte Kostenpunkt

Die meisten Käufer kalkulieren nur den Kaufpreis, nicht die Nebenkosten. Wer mit 350.000 € rechnet, braucht realistisch knapp 385.000 € liquide.

Was fix zu zahlen ist: Steuern und Grundbuch

Die Grunderwerbsteuer beträgt in Österreich grundsätzlich 3,5 % des Kaufpreises (Ausnahmen gelten etwa bei bestimmten Übertragungen im Familienkreis, für den regulären Kauf gilt der volle Satz). Die Eintragungsgebühr für das Eigentumsrecht im Grundbuch kommt mit 1,1 % dazu. Wer finanziert, zahlt zusätzlich die Pfandrechtseintragung mit 1,2 % der Kreditsumme, nicht des Kaufpreises. Wichtig: Grunderwerbsteuer und Eintragungsgebühr berechnen sich nach dem Kaufpreis, die Pfandrechtseintragung nach der tatsächlichen Kreditsumme.

Makler und Vertragserrichtung

Die Maklerprovision beträgt 3 % des Kaufpreises zuzüglich 20 % Umsatzsteuer, also effektiv 3,6 % brutto. Die Vertragserrichtung durch Notar oder Anwalt schlägt typischerweise mit 1 bis 2 % des Kaufpreises zu Buche. Wer direkt vom Eigentümer oder Bauträger kauft, spart die Maklerprovision vollständig. Bezirke mit hohem Neubauanteil wie Floridsdorf oder Donaustadt haben erfahrungsgemäß mehr Direktangebote von Bauträgern ohne Provision.

Die Gesamtrechnung: ein konkretes Rechenbeispiel

Für eine Wohnung um 350.000 € mit Maklerprovision und einer Bankfinanzierung von 230.000 € ergibt sich folgende Rechnung:

Position Basis Betrag
Grunderwerbsteuer (3,5 %) Kaufpreis 350.000 € 12.250 €
Eintragungsgebühr Eigentum (1,1 %) Kaufpreis 350.000 € 3.850 €
Pfandrechtseintragung (1,2 %) Kreditsumme 230.000 € 2.760 €
Maklerprovision (3,6 % brutto) Kaufpreis 350.000 € 12.600 €
Vertragserrichtung (ca. 1,5 %) Kaufpreis 350.000 € 5.000 €
Summe Nebenkosten rund 10,4 % ca. 36.500 €

Beispielrechnung, Stand 2026. Die tatsächlichen Kosten hängen von Kaufpreis, Kreditsumme, Maklereinsatz und Vertragserrichter ab. Details im Ratgeber zu den Kaufnebenkosten.

Die praktische Faustregel: Wer mit X Euro Kaufpreis kalkuliert, braucht X plus 10 bis 12 % an liquiden Mitteln. Wer diese Zahl nicht einplant, bekommt spätestens beim Notartermin eine unangenehme Überraschung. Alle Positionen erklärt der Ratgeber zu den Kaufnebenkosten im Detail.

Budget realistisch planen: was der Kauf voraussetzt

Wie man den Kaufrahmen korrekt berechnet

Österreichische Banken erwarten typischerweise 15 bis 25 % Eigenkapital des Kaufpreises, in der Praxis häufig rund 20 %, zuzüglich der Kaufnebenkosten aus Eigenmitteln. Die monatliche Kreditrate sollte nicht mehr als 40 % des Nettohaushaltseinkommens betragen. Die sinnvolle Reihenfolge ist: zuerst das verfügbare Eigenkapital definieren, dann die Nebenkosten abziehen, dann den realistischen Kaufpreisrahmen ableiten. Wer das umgekehrt macht, sucht sich in einen Rahmen hinein, den die Bank nicht mitfinanziert.

Eine nützliche Orientierung: Der Kaufpreis sollte nicht mehr als das 25- bis 30-Fache der jährlichen Nettomieteinsparung betragen, um den Kauf gegenüber dem Weitermieten zu rechtfertigen. Wer für eine vergleichbare Wohnung 1.500 € Miete im Monat zahlen würde, also 18.000 € pro Jahr, sollte für den Kauf nicht mehr als 450.000 bis 540.000 € ausgeben. Ob sich der Schritt lohnt, vertieft der Ratgeber Kaufen oder mieten in Wien.

Fazit: Was kostet der Kauf einer Wohnung in Wien?

Der Kaufpreis für eine Eigentumswohnung in Wien reicht von rund 3.800 €/m² in Favoriten bis über 16.300 €/m² in der Inneren Stadt, dazu kommen 10 bis 12 % Kaufnebenkosten, unabhängig vom Bezirk. Günstige Bezirke wie Simmering und Floridsdorf bieten echte Optionen für budgetbewusste Käufer, während die innerstädtischen Premiumlagen ein eigenes Marktsegment mit eigener Logik bleiben. Was der Kauf tatsächlich kostet, ergibt sich immer aus der Kombination aus Bezirk, Zustand, Finanzierungsanteil und Nebenkosten. Der nächste Schritt ist konkret: Eigenkapital definieren, Nebenkosten einrechnen, Kaufpreisrahmen ableiten, Zielbezirk festlegen, dann mit einem klaren Suchprofil in den Markt gehen.

Transparenz und Aktualität: Dieser Artikel hat den Stand Juli 2026. Preis-, Mieten- und Renditeangaben sind gerundete Marktorientierungen aus Statistik Austria, dem OeNB-Wohnimmobilienpreisindex, Bank Austria sowie Marktberichten von Engel & Völkers und können je nach Mikrolage, Zustand, Stichtag und Quelle deutlich abweichen. Dieser Artikel ist eine allgemeine Information und ersetzt keine individuelle Rechts-, Steuer- oder Anlageberatung.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Was kostet eine Wohnung in Wien zu kaufen im Durchschnitt?

Der transaktionsbasierte Durchschnittspreis für Eigentumswohnungen in Wien lag laut Statistik Austria zuletzt bei rund 5.212 €/m². Je nach Bezirk und Ausstattung reicht die Spanne von rund 3.800 €/m² in Favoriten bis über 16.300 €/m² in der Inneren Stadt. Ein stadtweiter Durchschnitt ist für die konkrete Kaufentscheidung allerdings wenig aussagekräftig, entscheidend ist der Bezirk.

Welche Kaufnebenkosten fallen beim Wohnungskauf in Wien an?

Neben dem Kaufpreis sind grundsätzlich Grunderwerbsteuer (3,5 %), Eintragungsgebühr ins Grundbuch (1,1 %) sowie bei Bankfinanzierung die Pfandrechtseintragung (1,2 % der Kreditsumme) zu kalkulieren. Hinzu kommen die Maklerprovision (3,6 % brutto) und die Kosten für die Vertragserrichtung (1 bis 2 %). Insgesamt sollte man 10 bis 12 % des Kaufpreises als Nebenkosten einplanen.

In welchem Wiener Bezirk kauft man am günstigsten?

Favoriten (10.), Simmering (11.), Brigittenau (20.) und Floridsdorf (21.) gehören zu den günstigsten Bezirken mit Kaufpreisen zwischen rund 3.800 und 5.300 €/m². Hier bekommt man vergleichsweise viel Fläche für das eingesetzte Budget, oft mit modernem Neubauangebot.

Wie viel Eigenkapital braucht man für den Wohnungskauf in Wien?

Österreichische Banken erwarten typischerweise rund 20 % des Kaufpreises als Eigenkapital, zuzüglich der Kaufnebenkosten aus Eigenmitteln. Bei einem Kaufpreis von 350.000 Euro sollte man also mindestens rund 105.000 bis 110.000 Euro an Eigenmitteln verfügbar haben, plus die Nebenkosten von rund 36.500 Euro.

Sind die Immobilienpreise in Wien 2026 gestiegen oder gefallen?

Nach kräftigen Anstiegen 2021 und 2022 gab es 2023 und 2024 eine moderate Korrektur, die Bank Austria beziffert den Gesamtrückgang auf rund 3,7 %. Seit 2025 erholt sich der Markt wieder, der OeNB-Wohnimmobilienpreisindex für Wien liegt im 2. Quartal 2026 bei 279,6. Wer jetzt kauft, kauft nach einem moderaten Rückgang, nicht auf dem Allzeithoch.

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